Nikujaga

Nikujaga-Beispiel-Staebchen
Nikujaga

Nikujaga (肉じゃが) ist eine Art Kartoffel-Fleischtopf. Man findet es in japanischen Restaurants in Europa zwar selten, aber in Japan gehört Nikujaga zur alltäglichen Kochpalette.

Es ist auch in Europa sehr einfach zu kochen und ist mit dem milden Geschmack auch für Anfänger der japanischen Esskultur geeignet.

Niku (肉) bedeutet Fleisch und Jaga steht für Kartoffeln (じゃがいも). Also, das ist ein typisches Gericht mit Fleisch und Kartoffeln für zu Hause.


Hier möchte ich zwei Rezepte (einmal mit Fleischstreifen und anderes mal mit Hackfleisch) vorstellen.

Für dieses Rezept benutze ich einen Topf mit Deckel mit ca. 15 cm Durchmesser.

Zutaten (Rezept für 2 Personen):

  • 100 g etwas durchwachsenes Rindfleisch oder Schweinefleisch (Z. B. Rinderbrust, Entrecote  o. Ä.) oder gemischtes Hackfleisch
  • 200 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • halbes Stück bzw. 70 g Zwiebel (groß)
  • Eine bzw. 70 g Möhre
  • 5-6 Stück Zuckerschoten  (auch tiefgekühlte)
  • 1 TL Öl (Olivenöl oder Rapsöl)
  • 200 ml Wasser
  • 2,5 EL Sojasoße
  • 4,5 EL Mirin  Oder 4,5 EL Weißwein + 1 TL Honig / 2TL Ahornsirup
  • 0,5 EL Zucker
  • „Alufoliendeckel“ (Hilfsmittel): Alufolie in runder Form falten mit dem Durchmesser, der nur etwas kleiner ist, als der des Topfs.

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Zubereitung:

Zuerst musst du dir einen Otoshibuta besorgen. Solltest du keinen im Haushalt haben, kann man einfach selber einen Ersatz basteln (s. dazu Artikel Otoshibuta).

Jetzt geht es los! 

Kartoffeln schälen und in 4 cm schneiden. Möhren schälen und wie im Bild schräg schneiden. Zwiebel in 1- 1,5 cm Dicke in „Kammform“ schneiden. Fleischmasse mundgerecht schneiden (z. B. in Streifen).

Nikujaga-Zutaten
Gemüse und Fleisch
Kartoffeln geschnitten
klein schneiden
Zwiebel geschnitten
in Kammform
Möhren geschnitten
schräg nach rechts, dann nach links wiederholen
Geschnittene Möhre
Geschnittene Möhre
Fleischstreifen
Fleischstreifen

 

Rezept mit Hackfleisch:

Öl in einen Topf geben. Fleisch braten. Die in Fett geschriebenen Zutaten in einer Tasse kräftig verrühren. Diese Bouillon und das Wasser in den Topf geben und 3 Minuten kochen. Das Fleisch und die Bouillon in einen Teller legen.

 

Rezept mit Fleischstreifen:

mit einem normalen Topfdeckel in der Bouillon 60 Minuten kochen (erst dann wird das Fleisch zart). Das Fleisch und die Bouillon in einen Teller legen.

Fleisch braten
Fleisch braten
Fleisch in Bouillon kochen
Fleisch in Bouillon kochen
Fleisch entnehmen
Fleisch und Bouillon entnehmen

 

In dem Topf das Gemüse mit Olivenöl braten, bis es etwas durchsichtig geworden ist. Das Fleisch und die Bouillon in den Topf geben. Bei Fleischstreifen bitte noch ca. 100 ml Wasser dazutun, da so viel Wasser im vorigen Schritt verdampft hat. Dann den gebastelten Alufoliendeckel (bzw. Otoshibuta) auf die Zutaten legen und ca. 20 Min. Kochen.

Gemüse braten
Gemüse braten
Gemüse und Fleisch in der Bouillon
Gemüse und Fleisch in der Bouillon
Nikujaga Alufoliedeckel
mit Alufoliendeckel bzw. Otoshibuta

 

Wenn das Gemüse durchgekocht ist, die Folie entfernen und Zuckerschoten in den Topf geben. Noch ca. 5 min. kochen (die Bouillon wird etwas dick).  Fertig!

Nikujaga Zuckerschoten
Zuckerschoten

 

Itadakimasu! (いただきます – das ist der japanische Gruß beim Anfangen mit dem Essen)

Mit Reis schmeckt es sehr gut!

Nikujaga mit Reis
Nikujaga mit Reis

Tipps:

Zuckerschoten kann man im Tiefkühlfach günstig finden. Sie machen das bräunliche Gericht optisch viel schöner. Als Alternativ könnte man auch Erbsen oder Frühlingszwiebeln verwenden.

Zuckerschoten
Zuckerschoten Tiefgekühlt

Alufoliendeckel wird hier verwendet, um das Gemüse durchzukochen, ohne dass die Bouillon dabei zu viel verdampft. In Japan kann man auch ein spezielles Hilfsmittel zu diesem Zweck kaufen: otoshibuta(落とし蓋). Mit der speziellen, fächerartigen Struktur kann dieser Deckel für fast jede Topfgröße eingesetzt werden (Bild von otoshibuta derzeit in Vorbereitung).

So kann man die Kochzeit verkürzen.

Wer keine Zeit hat, aber trotzdem auf den Geschmack von Fleischstreifen nicht verzichten will, dem würde ich Benutzung eines Allesschneiders empfehlen. In Japan verwendet man nämlich für Nikujaga (und viele andere Gerichte) sehr dünne Fleischscheiben bzw. Streifen, die bei jedem Metzgerei erhältlich sind. So was ist hier wohl nur in Düsseldorf – der größten „japanischen Stadt“ in Europa – zu finden. Mit diesem hauchdünnen Fleisch kann man sich den ersten Kochvorgang ersparen und das Fleisch zusammen mit dem Gemüse und der Bouillon kochen. Es geht so einfach!

Bildergalerie:

mit Fleischstreifen
mit Fleischstreifen
Nikujaga mit Hackfleisch
mit Hackfleisch
NIkujaga mit Porree
mit Frühlingszwiebeln

3 Gedanken zu „Nikujaga“

  1. Danke für das tolle Rezept! Ich koche auch gerne Nikujaga, allerdings bisher ohne Zuckerschoten. Die passen bestimmt sehr gut.

    Für mich ist das ein perfektes Einsteigergericht in die japanische Küche. Ich habe es gerade für eine Freundin gekocht, die noch nie japanische Gerichte probiert hat und musste Ihr gleich das Rezept geben. Ich hab dann diese Seite hier verschickt. Vielen Dank für die gute Anleitung!

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Wie es im Artikel geschrieben, kann man statt Zuckerschoten andere Gemüsesorten gern verwenden. Erbsen kann man in einer kleinen Dose kaufen und auch für andere verschiedenen (auch europäischen) Gerichte verwenden. In dem Fall sind sie vielleicht praktischer als Frühlingszwiebel.

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