Gohan

Japanisch kochen. Rezept. Gohan

Gekochter Reis (Gohan) ist wohl das wichtigste Bestandteil der japanischen Küche. Er wird zu fast allen Gerichten serviert.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_reis_titelbild
Gekochter weißer Reis

Gohan (ご飯):
◦ Go (ご) = Präfix für Höflichkeit, Respekt
◦ Han (飯) = Gekochter weißer Reis. Gohan bedeutet eigentlich auch ganz normal „Essen“. Hier sieht man, wie wichtig der gekochte Reis in japanischer Küche ist.

Schwierigkeit: mittel

Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten

Der Rundkornreis, der in Europa als Sushi Reis bekannt ist, hat einen leicht süßlichen Geschmack und schmeckt nicht nur mit Fisch, Fleisch und Gemüse gut, aber auch einfach ganz alleine. Die gekochten Reiskörner glänzen und haben eine etwas klebrige Konsistenz.

In Japan besitzt fast jede Familie einen Reiskocher, um Gohan zu kochen.

Da nicht alle in Europa einen Reiskocher zu Hause haben, möchte ich euch in diesem Artikel beschreiben, wie man Reis ohne Reiskocher mit einem Topf kochen kann, so dass er zu japanischen Gerichten sehr gut passt.

Das Rezept (ausreichend für 3-4 Personen):

◦ Reis: 450 Gramm
◦ Wasser: 580 ml (550-600 ml wird benötigt)

Damit kann man ca. 1 kg gekochten Reis erhalten.

Reis aus Japan
Reis aus Japan (Werbung)

Zubereitung:

1. 450 Gramm Reis in einen großen Topf geben (ich benutze hier einen 3l Topf) und bis zur Hälfte der Höhe Leitungswasser geben.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_reis_im_topf
Reis im Topf

Mit der Hand leicht umrühren. Das Wasser wird gleich weiß.

2. Dann gleich dieses Wasser behutsam ausgießen, indem man den Topf schräg hält, so dass die Reiskörner nicht wegfließen. Diese Schritte (Wasser füllen, leicht umrühren, Wasser gleich ausgießen) noch zwei- oder dreimal wiederholen, bis das Wasser halb weiß wird.
Es ist wichtig, diese Schritte zügig zu erledigen. Der Reis soll das weiße, überschüssige Stärke erhaltene Wasser nicht viel einsaugen.

3. Wieder den Topf mit Wasser füllen. Dann mit der Hand die Reiskörner waschen, indem man in dem Topf in kreisenden Bewegungen die Reiskörner mit den Fingern leicht und schnell an einander reibt. Diese Bewegung bitte behutsam ca.  20 Mal wiederholen. Hier ist eine vorsichtige Behandlung wichtig, um die Reiskörner nicht zu beschädigen.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_reis_manuell_reinigen
Reis im Topf mit der Hand reinigen

4. Das Wasser wird etwas weiß. Dies dann behutsam ausgießen und dann wieder den Topf mit Wasser füllen.

5. Diese Schritte (Wasser füllen, reiben, Wasser ausgießen) zwei- bis dreimal wiederholen. Das Wasser soll dann halbdurchsichtig werden. Man darf nicht übertreiben, also den Reis bitte nicht so lange waschen, bis das Wasser komplett durchsichtig wird. Das ist zu viel und reduziert die Qualität der Reiskörner.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_reis_im_halbklaren_wasser
Wasser ist halb klar

6. Das Wasser ausgießen. Den Topf mit Mineralwasser füllen, so dass der Reis eintaucht. Ideal sollte man besonders weiches Wasser verwenden. Aber für das alltägliche Kochen ist Mineralwasser auch gut geeignet.

7. Die Reiskörner etwa 20 min. eintauchen lassen. Hier saugen sie reichlich Wasser ein.

8. Die Reiskörner werden halb weiß.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_halbweisse_reiskoerner
Halbweiße Reiskörner

Wenn man eine besonders zarte Konsistenz bevorzugt, kann man es länger machen. Einige tauchen die Reiskörner so lange ein, bis sie komplett weiß sind.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_komplett_weisse_reiskoerner_die_wasser_eingesaugt_haben
Komplett weiße Reiskörner

So werden die Reiskörner nach dem Kochen noch weicher. Das hängt aber auch von der Art eures Herdes ab.

9. Das Wasser behutsam ausgießen.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_gereinigter_reis
Der Reis ist gereinigt

10. In den Topf mit Reis dann 550 ml – 600 ml Mineralwasser (oder besonders weiches Wasser) geben (ich benutze 580 ml.).

11. Auf einem Topf mit starker Hitze erhitzen. Wenn es aufgekocht hat, weiter ca. 2 min. kochen.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_reis_aufkochen
Reis aufkochen

Man sieht viel Schaum im Topf. Ich empfehle euch, einen großen Topf zu verwenden, wegen Schaumbildung.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_gekochter_reis_topf
Der Topf soll groß genug sein

12. Die Hitze auf zwischen mittlere und stärkere Stufe reduzieren und so ca. 4 min. kochen. Schaum ist da, aber nicht mehr so intensiv wie im oberen Schritt.

13. Hitze auf schwache Stufe reduzieren und ca. 9 min. kochen. Schaum wird immer weniger und dann verschwindet er komplett.

14. Wenn man keinen Schaum mehr auf der Reisoberflache sieht, ist der Reis fertig gekocht!

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_fertig_gekochter_reis
Der Reis ist fertig gekocht

Fertig!

Guten Appetit bzw. Itadakimasu!

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_reis_mit_staebchen
Gohan

Zusätzliche Information:

Ausprobieren ist ein Muss: Im obigen Rezept wird ein Elektroherd verwendet. Beim Reiskochen mit dem Elektroherd benutze ich normalerweise extra zwei Kochplatten: einmal ganz normal zum Aufkochen und in der Zeit die andere warm machen, so dass ich dann den Topf gleich nach dem Aufkochen darauf verschieben kann. So kann die Temperatursenkung besser gewährleistet werden. Wassermenge und die genaue Kochzeit in jedem oben beschriebenen Schritt hängen von der Art des Herds und von der individuellen Situation ab. Man muss es also erst einfach ausprobieren. Es ist normal, zwei – drei Mal falsch zu kochen, bis man die gewünschte Konsistenz der Reiskörner erreicht hat. Aber der Reis wird am Ende super schmecken und ich habe den Eindruck, dass er so noch leckerer schmeckt, als mit einem Reiskocher gekocht.

Im Fall vom Gasherd: In Japan ist übrigens Gasherd viel mehr verbreitet als Elektroherd. Ich selber habe in Japan eigentlich noch nie einen Elektroherd in einer Einbauküche gesehen. Meinen Erfahrungen nach kann man beim Gasherd die Temperatur viel flexibler einstellen als beim Elektroherd. Da der Gasherd so leistungsstark ist, ist im obigen Rezept eventuell ratsam, im ersten Schritt den Reis nicht gleich mit starker Hitze, sondern erst mit mittlerer Hitze zum Aufkochen zu bringen, da die Reiskörner am Boden des Topfs sonst zu stark gebraten werden können. Im letzten Schritt, in dem der Schaum verschwindet, braucht man beim Gasherd vielleicht auch nicht so lang wie 9 min beim Elektroherd, sondern etwa nur 5-7 min.

Eintauchen ist wichtig: Beim Kochen mit Topf ist es ratsam, den Reis im Wasser einzutauchen. So wird der Reis gar gekocht werden. Wenn man ohne dies Reis mit einem Topf kocht, werden die Reiskörner in der Mitte stark bissfest.

Reiskocher lohnt sich: Wenn man aber „japanisch“ gekochten Reis auf die tägliche Speisekarte aufnehmen möchte, empfehle ich ausdrücklich, einen guten Reiskocher zu besorgen. Mit einem Reiskocher bleibt das Ergebnis konstant. Außerdem muss man nicht in der Küche die ganze Zeit über den Topf Wache halten, sondern einfach Reis waschen, auf Start drücken und fertig. In dem Fall braucht man normalerweise auch nicht, den Reis am Anfang einzutauchen. Der Reis wird trotzdem gar gekocht. Ich benutze einen relativ günstigen von einem japanischen Hersteller und bin sehr zufrieden.

Gekochten Reis kann man tiefgekühlt aufbewahren.

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_gekochter_reis_in_frischhaltefolie
So im Kühlfach aufbewahren

Eine Portion gekochten Reis in einer Frischhaltefolie flach packen (mit ca. 1,5 cm Höhe). Dies ins Tiefkühlfach stecken. Beim Verzehren diese Packung in der Mikrowelle mit hoher Leistung warm machen und servieren (z. B. 2 min mit 950 Watt). Um die gute Qualität vom gekochten Reis zu bewahren, empfehle ich euch, den frisch gekochten Reis gleich ins Tiefkühlfach zu stecken (am besten auf einem gekühlten Metallteller o. ä. zur schnellen Kühlung) und beim Essen mit hoher Leistung warm zu machen. Die Leistung ist wichtig für die Reisqualität. Tiefgekühlten Reis bei Zimmertemperatur aufzutauen ist keine gute Idee!

Beim Kochen mit einem Topf erhält man ganz unten braun gebratene Reisschicht. Das ist normal. Man kann sie ganz normal essen. Bei Reisgerichten mit Gemüse oder Fleisch oder Fisch sind solche Stellen sogar besonders beliebt (s. Takomeshi)

japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_gebratener_reis_unten_im-topf
Angebrannter Reis am Topfboden
japanisch_kochen_rezept_reis_nach_japanischer_art_kochen_braun_gebratener_reis
Angebrannt, aber trotzdem lecker

Es gibt auch andere Methoden, Reis ohne Reiskocher zu kochen, aber diese ist meine Lieblingsmethode.

Für diesen Gericht brauchst du japanischen Reis. Entweder Reiskörner aus Japan, wie dieser japanischer Reis (Werbelink) oder dieser japanischer Reis aus Italien – schmeckt auch ganz authentisch (Werbelink).

Wenn du vorhast, gelegentlich japanische Gerichte zu kochen, solltest du dir einen Reiskocher besorgen.

reiskocher
Reiskocher (Werbung)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Kochen. Auf nohara.de gibt es zwei Mal monatlich neue leckere Rezepte – ich freue mich auf euren Besuch!

Gerne schicke ich euch neue Rezepte per E-Mail – meldet euch einfach für den Newsletter an!